Vom Geflüchteten zum Facharbeiter: Ahmad Yousufi findet seine berufliche Heimat

Azubi-News 01.06.2026
Mareike Kreßmann

Der 27-jährige Ahmad Yousufi hat nach einem langen und herausfordernden Weg in Deutschland nicht nur eine neue Heimat gefunden, sondern auch eine klare berufliche Perspektive: Er hat seine Ausbildung zum Feinwerkmechaniker bei uns erfolgreich abgeschlossen und ist heute fester Bestandteil unseres Teams. Sein Weg dorthin begann weit entfernt in Afghanistan.

Ahmad wuchs dort in einfachen, aber familiären Verhältnissen auf. Seinen Vater kannte er nicht, er war bereits vor seiner Geburt gestorben. Trotz dieser Umstände beschreibt er seine Kindheit als unbeschwert. Schon früh übernahm er Verantwortung: Mit neun Jahren begann er in einer Schneiderei zu arbeiten, wo er zunächst einfache Tätigkeiten wie das Annähen von Knöpfen ausübte. Einige Jahre später schloss er eine Ausbildung zum Schneider ab. „Ich habe schon als Kind gerne gelernt und gearbeitet. Dass ich meine Heimat einmal verlassen würde, hätte ich mir nie vorstellen können“, sagt er rückblickend.

Es war ein Albtraum

Die politische Lage in Afghanistan zwang Ahmad schließlich zum Umdenken. Durch die andauernden Bombenanschläge verließ Ahmad auf Anraten seiner Mutter sein Heimatland und floh über den Iran in die Türkei. Dort arbeitete er zunächst als Geschirrspüler, um sich ein Leben aufzubauen. Schnell wurde ihm jedoch klar, dass er mehr erreichen wollte.

Mit dem Ziel, bessere Bildungs- und Zukunftschancen zu finden, setzte er seine Reise fort. Über Griechenland versuchte er, nach Mitteleuropa zu gelangen – oft zu Fuß, ohne gültige Papiere und gemeinsam mit zwei anderen jungen Männern. „Meine Reise nach Deutschland war ein Albtraum“, sagt Ahmad heute.

Am 1. Januar 2015 kam Ahmad schließlich in Würzburg an. Dort wurde er von der Polizei kontrolliert und in einer Unterkunft einer Wohngruppe untergebracht. Zum ersten Mal seit langer Zeit konnte er wieder in einem Bett schlafen. Ein konkretes Ziel hatte er zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Was ihn jedoch sofort beeindruckte, war die Freiheit in Deutschland

Neustart und neue Perspektiven

Ahmad nutzte seine Chancen konsequent: Er besuchte einen Deutschkurs, erwarb den qualifizierenden Mittelschulabschluss und absolvierte anschließend eine Ausbildung zum Kinderpfleger. Ursprünglich wollte er danach Psychologie studieren, doch aufgrund seines damals abgelehnten Asylantrags und fehlenden finanziellen Möglichkeiten war dies nicht möglich.

So arbeitete er zunächst als Kinderpfleger und Integrationsbegleiter. Dabei entdeckte er seine Leidenschaft für das Handwerk – beim Bau eines Spielhauses aus Holz. „Dabei konnte ich abschalten, die Erlebnisse vergessen und mich ganz auf die Arbeit konzentrieren“, sagt er.

Der Weg ins Handwerk

Diese Erfahrung brachte ihn dazu, sich beruflich neu zu orientieren. Er entschied sich für einen handwerklichen Beruf und begann gezielt nach einem Ausbildungsplatz zu suchen. Nach zahlreichen Bewerbungen und Praktika fand er schließlich seinen Platz bei uns, bei König & Meyer. „Ich war überglücklich über die Zusage“, erinnert er sich.

Auch wir erinnern uns gut an den ersten Eindruck: „Ahmad hat von Anfang an mit seiner Motivation und seiner positiven Einstellung überzeugt“, sagt unser Ausbildungskoordinator Christof Vogel. „Uns ist wichtig, jungen Menschen nicht nur fachlich etwas beizubringen, sondern sie auch persönlich zu begleiten und zu fördern.“

Die Ausbildung stellte ihn dennoch vor Herausforderungen: neue Fachbegriffe, neue Werkzeuge und ein völlig neuer Arbeitsalltag. Besonders die unterschiedlichen Bezeichnungen für ein und dasselbe Werkzeug sorgten anfangs für Verwirrung. „Ich musste viel lernen. Auch, dass zum Beispiel Winkelschleifer und Flex dasselbe sind“, sagt er schmunzelnd.

Trotzdem blieb Ahmad dran, arbeitete hart – und schloss seine Ausbildung im Februar 2026 erfolgreich ab.

Heute Teil unseres Teams

Heute ist Ahmad fest bei uns integriert und arbeitet im Werkzeugbau als Feinwerkmechaniker. Er blickt optimistisch in die Zukunft und hat seinen Platz gefunden. Besonders schätzt er an Deutschland das gesellschaftliche Miteinander: „Das Solidaritätsprinzip – dass die Starken den Schwachen helfen – bedeutet mir viel.“

Auch kulturelle Unterschiede gehören für ihn mittlerweile zum Alltag. Während ihn früher das kalte Abendessen irritierte, gehört das klassische Abendbrot heute dazu. Nur mit vorbereiteten Pausenbroten vom Vortag hat er sich noch nicht ganz angefreundet.

Deine Ausbildung bei uns: Deine Chance

Ahmads Geschichte zeigt, was möglich ist, wenn man Chancen bekommt – und sie nutzt. Genau hier setzen wir an: Seit vielen Jahren bilden wir gezielt unsere Fachkräfte von morgen selbst aus und begleiten junge Menschen auf ihrem beruflichen Weg.

Ob im gewerblich-technischen Bereich oder im kaufmännischen Umfeld – bei uns erwartet dich mehr als nur ein Ausbildungsplatz. Du bist von Anfang an Teil des Teams, übernimmst Verantwortung und kannst deine eigenen Stärken einbringen.

Uns ist es wichtig, dich nicht nur fachlich auszubilden, sondern dir auch die Möglichkeit zu geben dich persönlich weiterzuentwickeln und dir eine langfristige Perspektive zu bieten. Wenn du Motivation, Einsatzbereitschaft und Interesse mitbringst, hast du bei uns beste Chancen auf eine Übernahme.

Du möchtest deine eigene Erfolgsgeschichte starten?
Dann informiere dich jetzt über unsere aktuellen Ausbildungsstellen.

Chancen nutzen, Zukunft gestalten

Ahmads Werdegang steht beispielhaft für das Potenzial, das in Menschen steckt – unabhängig davon, wo sie herkommen. Seine Botschaft ist klar:
„Bleibt dran, setzt euch Ziele und tut das, was euch wirklich Spaß macht. Egal, wo man geboren ist – wer mit Disziplin an seinen Träumen arbeitet, kann viel erreichen.“


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert